Neue Erkenntnisse zur Altenstädter Geschichte
Geschichtsdaten von Altenstadt a.d. Waldnaab[Gemeindewappen]
900 n. Chr. wurde das heutige Gemeindegebiet aus dem fränkisch-karolingischen Herrschaftsbereich "wiederbesiedelt". Die Gründung Altenstadts ist urkundlich nicht nachzuweisen. Dass Altenstadt a.d. Waldnaab aber ein sehr alter Ort ist, unterliegt keinem Zweifel, da der Schnittpunkt bedeutender Altstraßen landsuchende Siedler zum Bleiben und Sesshaftmachen einlud.
Um 1000 stand bereits eine Kirche in Altenstadt. Fundamente, die bei Friedhofsarbeiten beim ehemaligen "Beinhaus" gefunden wurden, beweisen diese Theorie. Um 1150 wurde eine Wehrkirche errichtet. Diese diente bereits als Vorläufer der jetzigen alten Pfarrkirche. Sie wurde im Laufe der Zeit immer wieder erweitert.
In der Gründerzeit hieß das heutige Altenstadt a.d. Waldnaab "Traindorf". Das Wort "Train" ist wahrscheinlich von Fahren oder Treiben abzuleiten. Da der Ort an zwei alten Straßenzügen errichtet wurde, bedeutete die Bezeichnung also Dorf am Fahr- oder Triebweg.
Später im Mittelalter lag Altenstadt an 3 Handelswegen. Der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag, der Magdeburger Straße von Regensburg nach Magdeburg und der Eisenstraße von Auerbach bis Altenstadt, wo sie in die Goldene Straße einmündete.
[Artikel zur Eisengewinnung in Mittelalter in unserer Region]
Altenstadt-Traindorf war Besitz der Grafen von Altendorf und wurde 1218 an die Grafen von Ortenburg verpfändet. Die Pfändungsurkunde gilt als die erste urkundliche Nennung von Altenstadt ["Nivenmarkit" u. auch "villa Traindorf"].
[hierzu Ausführungen von Jörg Krämer]
Da eine Burg in Altenstadt nicht nachweisbar ist, dürften die Altendorfer auf der Landzunge zwischen Waldnaab und Floß eine Burg oder zumindest ein ,,Vestes Haus" erbaut haben. Ihr Bestreben war sicher, eine Siedlung in dieser Gegend entstehen zu lassen. Traindorf selbst wurde dann wahrscheinlich vernachlässigt und als alte Stätte bezeichnet, da die neue Stätte zur Kontrolle der Handelsstraßen günstiger gelegen war. In dieser Zeit entstand für Traindorf der Name "Alte Stätte".
1261 erwarb Herzog Ludwig der Strenge von Bayern Neustadt. In dessen Salbuch sind die Gefälle von Alt- und Neustadt aufgeführt, woraus hervorgeht, dass Altenstadt a. d. Waldnaab die ältere, früher gegründete Gemeinde ist. Der Sohn Ludwig des Strengen, der spätere deutsche Kaiser Ludwig der Bayer, verpfändete die Herrschaft an den Landgrafen Ulrich I. von Leuchtenberg für geleistete Dienste.
Nach dessen Tod traten 1334 seine beiden Söhne Ulrich II. und Johann I. an seine Stelle. Durch den Hausvertrag von Pavia, den Kaiser Ludwig 1329 mit den Söhnen seines verstorbenen Bruders Rudolf, Rupert und Ruprecht schloss, in dem sie ihre Lande teilten, kam das Gebiet um Altenstadt in die Hände der Pfalzgrafen. Später hat Pfalzgraf Rupert die Herrschaft an den Böhmen-König Kaiser Karl IV. verpfändet.
Die böhmischen Könige setzten Vasallen über die Herrschaft ein. Als solche erschienen die Pflug von Rabenstein, nach diesen die Guttensteiner und danach die Ritter von Heideck. Während der Regentschaft der evangelischen Heidecker kamen auch lutherische Pfarrherren nach Altenstadt. Den Heideckern folgten die böhmischen Herren von Lobkowitz, in deren Besitz die Herrschaft, die 1641 durch den Kaiser als reichsunmittelbar erklärt wurde und der die Lobkowitz den Reichs-Fürstenstand erhob, bis zur Übergabe 1807 an Bayern, blieb.
Die alte historische Karte aus dem Archiv in Prag ( um 1500 ) zeigt in der Karte die Pfarrkirche von Altenstadt im Herrschaftgebiet der böhmischen Lobkowitzer Aus dem Freiheitsbrief König Wenzels von Böhmen vom Jahre 1387 könnte man annehmen, dass Altenstadt um diese Zeit bereits zum Markt erhoben wurde. Eindeutige Nachweise gibt es jedoch nicht [Ausführungen v. Jörg Krämer].
1652 gab es bereits eine Schule am heutigen Pfarrplatz mit dem Schulmeister Michael Gleißner. [Schulgeschichte]Die Eingliederung Altenstadts in das Stammland Bayern führte zunächst nicht zum Wachsen und Aufblühen der Gemeinde. Einen ersten Aufschwung brachten der Bau der Eisenbahnlinie von Weiden nach Eger und die Errichtung des Bahnhofs im Jahre 1862.
In der Umgebung entstanden zahlreiche Glashütten. Die Bleikristallherstellung wurde in den Jahren 1925/30 durch die Firmen Hofbauer und Beyer & Co nach Altenstadt gebracht. Bis zur endgültigen Produktionseinstellung 1995 war die Glasindustrie fast 70 Jahre lang in Altenstadt ein wesentlicher Faktor für das schnelle Wachsen der Gemeinde. In der ,,Alten Siedlung" wurden zwischen 1938 und 1950 35 neue Häuser gebaut. Der Ort hatte nun 85 Häuser.
Die Gemeinde feierte vom 30. 6. bis 2. 7. 1956 ihr tausendjähriges Bestehen. Die Häuserzahl überschritt die 200-er Grenze, die Einwohnerzahl wuchs auf 2300 an. Im Rahmen der Gebietsreform wurde die ehemalige Gemeinde Meerbodenreuth mit ihren Ortsteilen Buch, Kotzau und Süßenlohe 1975 nach Altenstadt eingegliedert. 1996 ist der Ort durch die Baugebiete im Süden bis an die Stadtgrenze von Weiden herangewachsen. Der Südhang des Kalvarienberges ist bebaut. Die Gemeinde zählt zu Beginn des Jahres 1999 über 5000 Einwohner, 1101 Gebäude sind registriert.
Künftige Funktion und Entwicklungsaussichten der Gemeinde Aufgrund der günstigen räumlichen Lage zwischen dem Oberzentrum Weiden i. d. OPf. und dem Unterzentrum Neustadt a. d. Waldnaab, der guten Verkehrserschließung durch die Bahn, die Autobahn A 93 und die Bundesstraßen B 15 und B 22 ist Altenstadt ein gefragter Wohnort geworden und wird es durch die Ausweisung weiterer Baugebiete auch in Zukunft bleiben. Durch die Erschließung des ,,Gewerbeparks Haidmühle" in unmittelbarer Nähe der A 93 und der B 22 bestehen berechtigte Hoffnungen auf Gewerbeansiedlungen und die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen.
Die Gemeinde besitzt bereits Einrichtungen, die die Funktion eines Unterzentrum unterstreichen und als gegeben erscheinen lassen (2 Kindergärten, Grundschule, Hauptschule, Pfarrzentrum, Sportzentrum, Einkaufsmärkte, Apotheke, Fachärzte, mehrere Banken, Postverteilerzentrum)
Die Gemeine Altenstadt hat jetzt fast 5000 Ew., die überwiegend im Süden wohnen. Hier die Luftaufnahme von Südosten (Harlesberg ) her.
Die hervorragende geographische Lage und das große Freizeit-, Arbeitsplatz- und Schulangebot in der näheren Umgebung werden sich insgesamt positiv auf die weitere Entwicklung auswirken.
Auch für die Naherholung bieten sich optimale Bedingungen. Die geschlossenen Flächen des Altenstädter Waldes sind ideal für Spaziergänger, Jogger und Walker sowie für Radfahrer.
Das nahe Sauerbachtal und die Wandermöglichkeiten östlich der Bahn und Waldnaab bilden die Grundlage für abwechslungsreiche Freizeitgestaltung. Ein gut ausgebautes Radwegenetz wird den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht.
Der Bockl-Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse ist ein anerkanntes "Highlight" für Radler aus ganz Bayern. Die in den letzten Jahren wieder sehr beliebt gewordenen Zoigl-Wirtschaften bieten Einheimischen und Besuchern Geselligkeit bei guten und günstigen Brotzeiten an.