Heimatkundlicher
Wanderweg Altenstadt/WN
Länge
des Wanderweges ca. 18,5 km, mit einer
Steigung von 235 m,
Gehzeit
ca. 5,0 bis 5,5 Stunden. Für Pausen muss nochmals eine entsprechende Zeit
zugegeben werden.
Der
gesamte Wanderweg kann auch auf kürzere Strecken aufgeteilt werden.
Die günstigste Zeit für
die Wanderung ist Mai/Juni, wenn das Knabenkraut im Sauerbachtal in voller Blüte steht.
Unser
Treffpunkt ist der Parkplatz beim neuen Bahnhof nach der Eisenbahnbrücke.
Die
Autos können auf dem Parkplatz abgestellt werden.
Hier
beginnt unsere Wanderung.
Skizze:
Übersichtskarte
Copyright DTK50: Landesamt für Vermessung und Geoinformation www.lvg.bayern.de

Zunächst
wenden wir uns an der Drechselstraße südlich in Richtung Kläranlage.
An
der ersten Straßeneinmündung wandern wir links in Richtung „Zum
Waldnaabtalradweg“.
Wir
überqueren einen Kanal und wandern südlich in die Waldnaabauen, danach sich links haltend in östlicher Richtung
nach Hammerharlesberg. Die Häuser sind
gut erkennbar.
Wenn
wir nach links sehen, über die Waldnaabauen hinweg, erkennt man die
Wallfahrtskirche St. Felix.
Die katholische Wallfahrtskirche
St. Felix erbaut 1735 bis 1746 mit dem Kloster der Franziskaner–Minoriten,
erbaut 1925
Heute verwalten Patres aus Polen
das Kloster.
Vor
Hammerharlesberg überqueren wir die Waldnaab.
Die Quelle der Waldnaab, der
Kreuzbrunnen, entspringt im Oberpfälzer Wald unweit des Entenbühls in Nähe der
Silberhütte. Die wichtigsten Zuflüsse sind bei Neuhaus/Windischeschenbach die
Fichtelnaab, bei Weiden die Schweinnaab. Nach Zufluss der Haidenaab bei
Unterwildenau ändert die Waldnaab ihren
Namen in die Naab. Weitere Zuflüsse
sind bei Kallmünz die Vils. Die Naab mündet bei Regensburg - Mariaort in die
Donau.
Die Waldnaab mit der Naab hat
eine Länge von 165 km.
Danach
überqueren wir einen Werkskanal der Waldnaab, der ehemals Hammerwerke und
Mühlen-Räder angetrieben hat.
In
dem kleinen Ort halten wir uns links und gehen in nördlicher Richtung.
Hammerharlesberg
Im Mittelalter wurden hier
Roheisen verhüttet und in ansässigen Hammerschmieden verarbeitet. Das dazu
nötige Eisenerz wurde teilweise aus nahe liegenden Eisenerzgruben
(mittelalterlicher Eisenerz-Tagebau „Kupferlohe“ nördlich von Edeldorf)
gewonnen oder es wurde auf der Eisenstraße von Auerbach oder aus Amberg und
Sulzbach auf Ochsenkarren angefahren.
Täglich waren in der heutigen
Oberpfalz etwa 1000 Ochsenkarren mit Eisenerz und Roheisen beladen unterwegs.
Das Fürstengeschlecht der
Heidecker kauften 1540 den Eisenhammer.
Nach dem die Heidecker 1566 von
den Lobkowitzern abgelöst wurden, begannen
Streitigkeiten um den Besitz des Hammers der sich bis 1578 hinzog.
Als sich die Eisengewinnung und
Bearbeitung nicht mehr lohnte wurde aus
den Hammerschmieden, Mühlen zur Herstellung von Papier oder um Getreide zu
mahlen.
[Artikel zur Eisengewinnung in Mittelalter
in unserer Region]
Bald
nach dem Ort sehen wir Wanderwegmarkierungen und biegen links in den Wanderweg
der alten Magdeburger Straße ein und gehen ein Stück parallel zur Waldnaab.
Die
Magdeburger Straße war eine der wichtigsten Handelswege (u.a. für Salz) im
Mittelalter und zählt heute zu den historischen Altstraßen.
Auf
der wandern wir in Richtung Neustadt. Auf halber Strecke ist eine
Informationstafel zur Magdeburger Straße.
Unter dem römischen Kaiser
Augustus in Jahre 15 vor Christus,
wurden von römischen Legionen die keltischen
Stämme im heutigen Süddeutschland unterworfen.
Bereits im Jahre 7 v. Chr. soll
ein römischer Handelszug von Regensburg aus der heutigen Naab entlang nach
Norden gezogen sein.
Vielleicht schon auf dieser
Straße. Denn in der Frühzeit hatte man
sich immer an Flussläufen orientiert.
Dieser alte Handelsweg
„Magdeburger Straße“ führte von Regensburg nach Magdeburg und wurde bis 1774
genutzt.
Magdeburg war im Mittelalter eine
bedeutende Handelsmetropole. Im dreißigjährigen Krieg verlor Magdeburg in einer
Schreckensnacht seine ehemalige Bedeutung und hat diese Bedeutung niemals mehr
erreicht.
Der
Heimatforscher Michael Hardt aus
Altenstadt/WN hat sich unter anderem mit der Chronik der alten Handelsstraßen
aus dem Mittelalter befasst.
Michael Hardt (Heimatforscher),
ist 1878 in Leuchtenberg geboren und 1962 in Altenstadt WN gestorben. Er war
ein oberpfälzischer Chronist und Heimatforscher und Ehrenbürger von Altenstadt
WN. Er befasste sich mit der Geschichte des Nordgaus und mit historischen
Altstraßen wie z.B. mit der „Goldenen Straße“, „Eisenstraße“ oder der „Magdeburger Straße“, aber auch mit
Burgen, Burgställen und
Bodendenkmälern.
Wir
kommen auf die Theisseiler Straße, wandern unter der sog. „Bockelbrücke“ durch,
sehen die Einmündung der Floß in die Waldnaab, halten uns links und überqueren
anschließend auf einer Straßenbrücke die Floß.
Wir
bleiben auf der linken Straßenseite,
kommen durch Neustadt mit Ortsteil Freyung.
Auf deren Entstehung später nochmals eingegangen wird.
An
der Straßenkreuzung Bahnhofstraße und Theisseiler Straße mit Ampelanlage
wandern wir nach links und in westlicher Richtung und kommen an einer bekannten
Zoiglstube vorbei, kehren aber diesmal nicht ein.
Auf
der Waldnaab- und Eisenbahnbrücke mit dem hl. Nepomuk, kommen wir wieder in
Richtung Altenstadt/WN.
Gleich
nach der Brücke überqueren wir noch vor dem Ort Altenstadt/WN die Hauptstraße
und gehen am Kalvarienberg links und an der Eisenbahn und an der Waldnaab
rechts vorbei.
Auf
dem Kalvarienberg, durch Bäume teilweise verdeckt, sehen wir den Kreuzweg aus
dem Jahre 1871, eine der Sehenswürdigkeiten in Altenstadt/WN.
Zur Bedeutung der Eisenbahn in
der Region.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts
fristeten die Bewohner der Oberpfalz ein ärmliches Dasein. Junge Leute
wanderten in die großen Städte und nach Amerika ab.
Eisen- und Hammerwerke,
Glashütten und Webereien waren gezwungen ihre Betriebe aufzugeben, weil in der
Gegend keine Rohstoffe, Bodenschätze
und Kohle für eine mit anderen Regionen vergleichbare Gewinnung vorhanden
waren.
Das Herbeischaffen der Rohstoffe
aus fernen Gebieten aus Schlesien, Tschechei oder Ruhrgebiet dauerte mit
Fuhrwerken zu lange und war zu kostspielig.
1863 waren in Weiden 3.095
Einwohner. In der nördlichen Oberpfalz lebten ca. 70.000 EW.
Abhelfen sollte die Eisenbahn.
Die anderorts schon für wirtschaftlichen
Erfolg gesorgt hatte.
Die erste Eisenbahnstrecke
zwischen Regensburg und Eger über
Weiden wurde auf Initiative des Weideners
Gustav von Schlör als bayerischer Handelsminister und Staatsrat von 1859
bis 1865 erstellt. 1864 die Strecke Weiden, Neustadt, Wiesau und Mitterteich.
Um 1866 wurde die Strecke über
die heutige Bocklbrücke von Neustadt bis nach Vohenstrauß in Betrieb genommen.
Vor dem Bau der Eisenbahn ging
das Flussbett der Waldnaab direkt am Kalvarienberg entlang und musste um Platz
für die Bahnlinie mit dem Bahndamm zu schaffen, verlegt werden.
Wir
kommen zu einem kleinen Bachlauf , der Siechenbach, der in die Waldnaab mündet.
Gleich
danach gehen wir links in Richtung Westen und haben einen etwas mühsamen
Aufstieg auf den Kalvarienberg.
An
der nächsten Gabelung gehen wir wieder links den Forstweg entlang und kommen etwas später auf einen Feldweg.
Wenn
wir fast oben auf dem Kalvarienberg sind, und wir uns östlich wenden haben wir
einen einmalig schönen und interessanten Blick auf die Kreisstadt Neustadt.
Hier leben etwa 6.000 Einwohner.
Im Vordergrund der Ortsteil
Freyung. Gegründet vom Kaiser Karl IV im 14. Jahrhundert.
Die Siedler hatten viele
Vorteile, wie unter anderem die Steuerfreiheit und die Waldnutzung.
Oben liegend, die alte Stadt,
erstmals 1218 urkundlich erwähnt.
Wir sehen das neue Schloss der
Lobkowitzer, erbaut von 1698 bis 1720, heute Sitz des Landratsamtes.
Die katholische Stadtpfarrkirche
St. Georg, erbaut 1689.
Bemerkenswert ist das
Denkmalschutz-Ensemble „Stadtplatz“ im Charakter
des 17. Jahrhunderts. Die
Schmalseiten der Häuser wenden sich zur Straße.
Sehenswert ist das Stadtmuseum.
Wir
wandern weiter und kommen auf die Windischeschenbacherstraße (St 2395) und
gehen in Richtung der Autobahnbrücke der A 93.
Direkt nach der Autobahnbrücke
kann der Wanderweg abgekürzt werden.
Wenn wir den geteerten Flurweg
nehmen und uns südlich halten, kommt man durch eine Autobahnunterführung und
über den Buchsteig nach Altenstadt/WN
zurück.
Wir
gehen jedoch nach der Autobahnbrücke auf der Windischeschenbacherstraße ein
Stück weiter und biegen beim ersten Feldweg linker Hand ein.
Am
Straßenrand der Windischeschenbacher Straße sehen wir beidseitig in der Ferne
Wegkreuze.
Die
Straße ist ein ehemaliger Wallfahrtsweg.
Der ehemaligen Wallfahrtsweg der Klobenreuther Bürger von Klobenreuth nach Altenstadt/ WN, auf dem damaligen
Kirchsteig, heute die Windischeschenbacher Straße.
Nach
ca. 50 bis 100 Meter haben wir einen schönen Ausblick auf Altenstadt/WN und in
das „Weidener Becken“. Wir sind auf einer Höhe von etwa 500 Meter, In der
Gemarkung Hopfengarten.
Daten zu Altenstadt/WN:
Altenstadt/WN, hat etwa 5000
Einwohner, überwiegend katholisch.
1975 Eingemeindung von
Meerbodenreuth mit Ortsteilen Buch, Haidmühle, Kotzau, Sauernlohe und Süßenlohe
Die Meereshöhe beträgt 418 m.
Mit zwei katholischen Kirchen
und einer evangelischen Kirche.
Im Jahre 1000 gab es bereits eine
Kirche im Ort, zunächst eine Wehrkirche als Vorläufer zur alten
Pfarrkirche.
Altenstadt/WN war für die Region
im Mittelalter Pfarrsitz und ein kirchliches Zentrum.
Die alte katholische Kirche ist
eine romanische Wehrkirche „ Mariä Himmelfahrt“, die um 1150 erbaut wurde. In
der Kirche befindet sich die Grabstätte der Familie Heideck sowie ein Taufstein
aus dem 12. Jahrhundert.
Die zweite katholische Kirche ist
die heutige Pfarrkirche zur „Hl. Familie“, erbaut im Jahre 1962.
Die evangelische Kirche ist die “
Jesus-Christus-Kirche“ und wurde 1967 erbaut.
Urkundlich seit 1652 gibt es eine
Schule.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind
die Pestsäule von 1697 vor dem Rathaus
und der Kreuzweg von 1871 auf dem Kalvarienberg.
Die Wiederbesiedelung erfolgte
wahrscheinlich um 900.
Ursprünglich hieß der Ort
„Traindorf“, wobei der Name von „Fahren“ oder „Treiben“ herkommt. Denn
Traindorf lag im Mittelalter an drei Handelsstraßen.
An der „Goldenen Straße“ von
Nürnberg nach Prag, die auf Initiative
von Kaiser Karl dem IV im 14. Jahrhundert gegründet wurde.
An der „Magdeburger Straße“ von
Regensburg nach Magdeburg und an der „Eisenstraße“ die von Auerbach nach
Altenstadt/WN führte und die in Altenstadt WN auf die „Goldenen Straße“ und zur „Magdeburger
Straße“ mündet.
Im 13. Jahrhundert entstand der
Name „Altenstadt“.
Altenstadt hat eine
wechselseitige Geschichte, die Zugehörigkeit wechselte zwischen Bayern und
Böhmen.
Der Bau des Bahnhofs 1862 bis
1864 führte zur Ansiedelung zahlreicher
Glashütten, was einen enormen Aufschwung mit sich brachte.
Von 1925 bis 1995 war
Altenstadt/WN ein Standort einer bedeutenden Bleikristallproduktion.
Bleikristall wird aus Quarzsand,
Pottasche und Bleimennige hergestellt;
Bleikristallglas wird maschinell
in Formen gepresst oder in Formen mundgeblasen.
Veredelt werden die
Kristallglasformen durch Schleifen und nach folgendem Säurepolieren.
Glatte Gläser ohne Schliff können auch feuerpoliert werden.
Durch die Firmen Bayer & Co
und durch Hofbauer wurde weltweit geschätztes Bleikristall produziert.
Der Niedergang der
Bleikristallhersteller in den 1980 und 1990 Jahren führte zum Verlust von
hunderten von Arbeitsplätzen.
Zur Geologie der Region und
seiner Besonderheit.
Die Gesteine der Region haben
ihre Prägung während einer alten
Gebirgsbildung erfahren.
In der Literatur wird diese alte
Gebirgsbildung auch als varistische
Gebirgsbildung bezeichnet. Der Name kommt von einem keltischen Stamm,
den Variskern, die im heutigen
Oberfranken gelebt haben.
Vor rund 320 Mio. Jahren war der Höhepunkt vom Zusammenstoß der beiden Urkontinente „Laurasia“ dem Ur-Europa und „ Gondwana“
dem Ur-Afrika zu einem Superkontinent „Pangäa“
Unsere Region war zwischen den
Kontinenten in der Mitte gelegen und im
Zuge der kontinentalen Triftung vom Süden nach Norden in etwa am Äquator.
Durch den Druck schob
sich der Ozeanboden der Ur-Afrika-Platte unter die nördlich gelegene
Ur-Europa-Platte.
Wobei Gesteinsschichten
in große Tiefen hinab geschoben wurden.
Die Sedimentschichten
der Ur-Europa-Platte wurden zu Falten zusammengeschoben und dann emporgehoben.
Die tiefen Ur-Gesteine
wurden von den neuen Gebirgsmassen überlagert die sich bis zu 10.000 Meter hoch auftürmten.
Dabei entstand im
Untergrund hoher Druck und hohe Temperaturen, wobei sich die Ur-Gesteine umgewandelt haben.
Ein Teil der erhitzten
Gesteine wurde sogar
aufgeschmolzen und lieferte die
glutflüssige Gesteinsschmelze, das
Magma für vulkanische Aktivität.
Aus den sich
umgewandelten Tiefengesteine entstanden
in der Region die Granite und Gneise.
Es waren dazu allerdings mehr als 300 Mio. Jahre
nötig, bis sich der
Abtragungsschutt der Gebirgsmassen durch Erosion und Abtragung (Frost, Regen und Wind) abgebaut
haben und die umliegenden Täler und Buchten damit aufgefüllt wurden.
Durch Hebung und
Senkung der Erdkruste wurden uns diese Gesteine erschlossen.
Heute liegen diese
Gesteine an der Oberfläche.
Wenn wir Richtung Weiden blicken
erkennt man das „ Weidener Becken“
Die Stadt Weiden und Altenstadt
WN liegt in einem weiten und flachen Tal, dem „Weidener Becken“ ehemals am
Rande eines flachen Urmeeres gelegen.
Im Osten begrenzt durch eine Hügelkette mit dem Fischerberg.
Geologisch gesehen handelt es
sich um einen Rand-Trog. Die Trogtiefe beträgt mehr als 2800 Meter und ist
vollständig mit Sedimentgestein aufgefüllt, die bis zu 280 Mio. Jahren alt sind.
Die Sedimentgesteine sind
vom alten sich ehemals
aufgetürmten Gebirge im Osten und wurden
nach Westen, unter anderem in den Rand-Trog, des „Weidener Becken,“ hin
abgetragen..
Am Hang zum Fischerberg hin an
der Vohenstraußer Straße kann man an Ackerkrumen und in Baugruben, Schichten des Rotliegenden sehen. Das
Rotliegende sind Eisenverbindungen in
Sedimenten die im Wüstenklima
unter tropischem bis subtropischem Klima
entstanden sind.
Geologie zur Waldnaab: Vor etwa
36 Mio. Jahren begann die Ur-Naab als Hauptfluss der Oberpfalz zunächst sehr flach zufließen. Vor etwa 5 Mio. Jahren begann sich durch Heben und Senken der Umgebung
das heutige Bild der Naab-Landschaft zubilden.
Notizen zur Geologie:
Vor 30 Mio. Jahren, Entstehung des heutigen Landschaftsbildes mit den
Vulkankegeln des Rauhen Kulms, Parkstein und des Waldecker Schlossberges und
andere. Mehr als 130 Förderschlote unserer Gegend waren vulkanisch aktiv.
Vor 20 Mio. Jahren, die Basaltkegel bilden sich als magmatischer
Härtling: Hoher Parkstein, Rauher Kulm, Waldecker Schlossberg, Armesberg,
Kuschberg, usw.
Vor 15 Mio. Jahren, ein Meteoriteneinschlag
im Nördlinger Ries.
Letzte Eiszeit; Ende
vor etwa 10.000 Jahren, Dauer 4 Mio. Jahre.
Nach
dieser kurzen Rast, gehen wir auf dem Flurweg weiter in nördlicher Richtung und
kommen in Nähe von einem Wald mit großem Fichtenbestand.
Nach
etwa 500 Meter sehen wir links am Waldrand eine alte Buche zu dem ein Weg hin
führt und weiter in den Wald hinein.
Zu
diesem Weg biegen wir links ein und wandern bergab durch den Wald, sich immer
links haltend.
Unten
angelangt sind wir im Sauerbachtal und wandern nach rechts und nördlich auf dem
Weg parallel zum Sauerbach.

Der Sauerbach entspringt in Nähe
der B 22 bei Wildenreuth und verläuft
über die Köstlmühle, Lenkermühle, Hahnenmühle, Holzmühle und nimmt in Altenstadt/WN bei der Haidmühle die Dürrschweinnaab auf und fließt in
Weiden an der Freizeitanlage vorbei, mündet in die Schweinnaab.
Die Schweinnaab mündet in die Waldnaab.
Auch im Sauerbachtal kann
ebenfalls die Erste Strecke abgebrochen werden und von hieraus für den Zeiten
Teil wieder begonnen werden.
In
den Uferzonen vom Sauerbach blühen ab Mitte April unzählige Frühjahrsblüher
unter anderem Buschwindröschen, Sumpfdotterblumen, Schlüsselblumen, der
blühende Klee und das Veilchen.
Auf
den Wiesen links in den Auen blüht in der Zeit der Orchideenblüte vom Mai bis
Juni das Knabenkraut.

Das Knabenkraut ist die
Orchidee 2009; sie wächst auf mäßig
feuchten Wiesen mit Trockenbereiche. Im 19. Jahrhundert noch weit verbreitet.
In Norddeutschland fast ausgestorben, in Süddeutschland noch häufiger zu
finden. Sie verträgt keinen Dünger.
Man
sieht an den Bäumen wie der Biber ganze Arbeit macht und den Sauerbach immer
wieder veranlasst sich ein neues Flussbett zu suchen.
Meist
sucht der Sauerbach sich selbst seinen Weg, in dieser fast ungestörten Natur.
Wir
wandern weiter in Richtung Norden, immer parallel mit dem Sauerbach bis zur
Holzmühle.
Immer
sehen wir an Bäumen die Wanderwegmarkierung für den AV–Weg der von Weiden –
Schätzlerbad nach Pfaben in die Steinwaldhütte vom Alpenverein, Sektion Weiden
führt.
Wenn wir diesen Forstweg entlang
wandern haben wir Zeit uns über den Wald Gedanken zu machen.
Es fällt auf, dass der Zustand des Waldes rechts des Weges
gegenüber dem Wald links des Weges so ganz anders ist.
Gerade der Wald hat den Wanderer
schon immer im Besonderen fasziniert.
Der Wald und die Jagd war bei den
Germanen und im frühen Mittelalter immer ein Recht für alle.
Bereits vor der Wende zum 1.
Jahrtausend haben die Grundherren diese Rechte der Bürger immer mehr
eingeschränkt und alleine für sich in Anspruch genommen.
Das steigerte sich, bis zur
Errichtung von Bannwäldern in dem nur
die hohen Herren Zutritt und das Jagdrecht hatten.
Die Bauern durften selbst nicht
mehr Jagen und mussten mit ansehen wie sich das Wild vermehrte und die Felder
abfraßen und zerstörten.
Erst Anfang und Mitte des 19.
Jahrhunderts lockerten sich langsam
diese Wald- und Jagdrechte.
Der Baumbestand mit hauptsächlich
Fichten, auf engstem Raum bepflanzt ist ein Relikt aus der mittelalterlichen
Industrialisierung der Region.
Man benötigte Energie zur
Befeuerung der Schmelzöfen. Schnell wachsendes Holz, die Fichte, war der Energielieferant vor allem für die Eisenverhüttung und für die Glas- und
Keramikindustrie.
Die Fichte, als ein
flachwurzelnder Baum holt seine Nahrung aus der nährstoffreichen Humusschicht
und kann dadurch schnell wachsen.
Schnell war der alte Baumbestand
bestehend aus in Mitteleuropa üblichen Laubgehölz, Kiefern und Tannen abgeholzt.
Um Ersatz zu schaffen holte man
die Fichte aus den nordischen Ländern und pflanzte sie in unseren Wäldern.
Damit man möglichst viele Fichten
pflanzen konnte, wurde auch noch der für den alten Wald nötigen Vorwald
bestehend aus Büschen und Hecken abgeholzt und mit Fichten bepflanzt.
In unserer Zeit hat der Baum
nicht mehr den Stellenwert für die Energiegewinnung. Holz wurde durch Öl, Gas
und durch elektrischen Strom ersetzt.
Bei
der Holzmühle verlassen wir den Sauerbachweg, überqueren den Sauerbach, gehen
an der Holzmühle vorbei in Richtung Südwesten zur Erbendorferstraße.
Den
kleinen Ort Wendersreuth lassen wir rechts liegen.
Zwischen Wendersreuth und
Obersdorf wurde noch vor einigen Jahren im Tagebau Feldspat gewonnen.
Heute ist diese Stelle mit Wasser
gefüllt.
Der Letzte, der im Waldsassener Kasten in Weiden 1932 auf der Guillotine gerichtet worden
ist, war aus Wendersreuth.
Wir
überqueren die Erbendorfer Straße (B
22) und gehen weiter südwestlich in das südliche Haberland zum Wendersreuther
Bühl, ein kleines Waldstück, von der B 22 aus gut zu sehen.
Haberland, kommt von Haferland;
Hafer ist das Korn der armen Leute.
Hauptort ist Kirchendemenreuth,
höchste Erhebung westlich der B 22 bei Döltsch die Platte mit 573 m.
An
den Fischteichen vorbei, immer noch südwestlich haltend, kommen wir nach dem
Wald auf einen Feldweg und gehen in Richtung Buch.
Wenn
wir auf diesem Weg nach recht, gegen Westen sehen, können wir über den
Baumwipfeln die kleine Kapelle auf dem Parkstein erkennen.
Auf dem Basaltkegel stand eine
Burg die im dreißigjährigen Krieg
verfallen ist und bereits Ende des 18. Jahrhunderts, etwa um 1756 waren
nur noch die Grundmauern vorhanden.
Die Bergkapelle ist erbaut 1852
und ist der Hl. Maria gewidmet.
Wir
kommen in den kleinen Ort Buch.
Inmitten
des Ortes ist eine kleine aber feine Kapelle.
Buch
ist ein Ortsteil von Altenstadt.
An
der Hauptstraße wenden wir uns links in östlicher Richtung.
Nach
der Feldscheune, noch vor einem Wegkreuz verlassen wir die Hauptstraße und
gehen auf einem Feldweg weiter.
Der
Weg führt talwärts bis zum Beginn von einem großen Wald, dem Neustädter
Bürgerwald.
Neustädter Bürgerwald, ein
Korporationswald aus der Zeit von Kaiser Karl IV. Seit dem 14. Jahrhundert
gehört der Wald den Bürgern aus der Freyung zur freien Verfügung. Als Anreiz
sich bei Neustadt anzusiedeln um die damals so wichtige „Goldene Straße“ für
die Handelsleute attraktiv zu machen.
Am
Waldrand nehmen wir Rechts gleich den ersten fast verwilderten Forstweg und
gehen südlich.
Wir
bleiben immer südlich, die Forstwege ändern sich und wir kommen zur
Dürrschweinnaab.
Die Dürrschweinnaab entsteht aus
den beiden Quellbächen Schwarzenmoosbach und Lohbach die am Großbühl im
vorderen Haberland zusammen fließen.
Die Dürrschweinnaab kommt aus nördlicher Richtung von Buch her.
In Altenstadt an der Haidmühle
mündet die Dürrschweinnaab in den
Sauerbach..
Vor
uns sehen wir Wegmarkierungen und halten uns auf dem weiteren Weg an die Markierung mit Weiß/Grün.
Auf
einem Damm überqueren wir die Dürrschweinnaab.
Danach
biegen wir gleich links ein und wandern fortan am Biotop der Dürrschweinnaab
entlang durch eine fast naturbelassene Landschaft und lassen die freie Natur auf uns einwirken.
Nach
einiger Zeit kommen wir auf die Meerbodenreuther Straße und gehen nach rechts.
Der
Straße entlang, kommen wir über die Sauerbachbrücke.
In
den Wiesen links kann man die Mündung der Dürrschweinnaab in den Sauerbach
sehen.
Danach
gehen wir an der Haidmühle vorbei.
Die Haidmühle war
zuletzt eine Mehlmühle, das Mahlen wurde etwa um 1956 eingestellt.
Hinter
der Haidmühle sind einige kleinere Weiher und für uns nicht sichtbar der
Süßenloher Weiher.
Im Jahre 1485 wurde der
Süßenloher Weiher angelegt. Seit dem 18. Jahrhundert ist der Weiher und der
Bauernhof im Besitz der Familie Lukas.
Wir
überqueren die Autobahn A 93 und kommen in das neue Industriegebiet Haidmühle.
Hier haben sich in jüngster Zeit einige dienstleistungsorientierte Unternehmen
angesiedelt.
Von
der Meerbodenreuther Straße biegen wir
links in die Straße Z. Nachtbühl ein, vorbei am Sportgelände, Schützenheim usw.
Danach
überqueren wir die Ostmarkstraße und kommen auf die Hauptstraße.
Wir
gehen nach rechts.
An
der rechten Straßenseite das Rathaus.
Davor
die Mariensäule aus dem Jahr 1697.
Vorbei
am alten Forsthaus mit der Heimatstube dem so genannte „Anton-Wurzer-Zimmer“
des Heimatvereins.
Am
Pfarrplatz überqueren wir die Hauptstraße.

Am
alten Schulhaus vorbei kommen wir zur alten Kirche “Mariä Himmelfahrt“ mit dem
Friedhof.
An
der südlichen Seite der alten Kirche ist das Grab des Heimatdichters Anton
Wurzer.
Anton Wurzer, war ein
Heimatdichter; in Altenstadt WN 1893 geboren und 1955 in Amberg gestorben. Sein
Grab ist auf dem Friedhof in Altenstadt/WN an der Mauer der alten Kirche. Er
wuchs in Weiden auf und war danach Lehrer in Pleystein und Amberg. An seinem
Geburtshaus ist eine Gedenktafel und es wurde eine Straße nach ihm benannt. In
Pleystein ist er Ehrenbürger. Eine Auswahl bekannte Werke sind „Zwischen
Steinen und Sternen“, „Gottes Orgel geht durch den Wald“, „Steinpfälzer
Schelmenspiegel“, „Amberger Mär“.
Hier
liegt ebenfalls der bereits erwähnte Heimatforscher Michael Hardt begraben.
Neben
der alten Kirche ist ein kleines Gebäude, das Beinhaus und erinnert an die Zeit
der Pest im Mittelalter, besonders an die letzte große Pest in der Region
während dem Dreißigjährigen Krieg 1618 bis 1648.
Wir
gehen wieder aus dem Friedhof heraus und wenden uns nach links in südlicher
Richtung, dann auf dem Julius-Meister-Weg zunächst nach rechts in Richtung
Hauptschule, vor der Hauptschule biegen wir in das „Goldene Gassl“ ein.
Durch
dieses Gassl verläuft der Wanderweg die „Goldene Straße“. Er führt von Nürnberg
nach Prag.
An
der Ostseite der Hauptschule ist eine Darstellung der Goldenen Straße.
Mit
der Wanderwegmarkierung, der Goldenen Straße
gehen wir ein Stück durch Altenstadt/WN, über die Baptist-Kraus-Straße
durch die Schaumbergerstraße.
An
der Karl-Hofbauer-Straße gehen wir rechts in östlicher Richtung.
Dieser
Straße entlang, vorbei an den Fabrikanlagen der Firma Bayer Co., über die Eisenbahnbrücke zu unserem
Ausgangspunkt am Parkplatz vom neuen Bahnhof.
Bedanken
möchte sich der Autor für die freundliche und konstruktive Unterstützung beim
Heimatverein Altenstadt/WN.
Januar
2009;
Werner
Schnall, Lindenweg 9, 92665 Altenstadt WN; Tel.: (0 96 02) 42 65, schnallwerner@aol.com.
Die Inhalte wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert.
Alle Angaben ohne Gewähr, Änderungen vorbehalten.