Heimatkundlicher Wanderweg Altenstadt/WN

 

Länge des Wanderweges ca. 18,5  km, mit einer Steigung von 235 m,

Gehzeit ca. 5,0 bis 5,5 Stunden. Für Pausen muss nochmals eine entsprechende Zeit zugegeben werden.

 

Der gesamte Wanderweg kann auch auf kürzere Strecken aufgeteilt werden.

Die günstigste Zeit für die Wanderung ist Mai/Juni, wenn das Knabenkraut im Sauerbachtal  in voller Blüte steht.

 

Unser Treffpunkt ist der Parkplatz beim neuen Bahnhof nach der Eisenbahnbrücke.

Die Autos können auf dem Parkplatz abgestellt werden.

 

Hier beginnt unsere Wanderung.

 

Skizze:

Übersichtskarte
Copyright DTK50: Landesamt für Vermessung und Geoinformation  www.lvg.bayern.de

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Zunächst wenden wir uns an der Drechselstraße südlich in Richtung Kläranlage.

 

An der ersten Straßeneinmündung wandern wir links in Richtung „Zum Waldnaabtalradweg“.

 

Wir überqueren einen Kanal und wandern südlich in die Waldnaabauen, danach  sich links haltend in östlicher Richtung nach  Hammerharlesberg. Die Häuser sind gut erkennbar.

 

Wenn wir nach links sehen, über die Waldnaabauen hinweg, erkennt man die Wallfahrtskirche St. Felix.

 

Die katholische Wallfahrtskirche St. Felix erbaut 1735 bis 1746 mit dem Kloster der Franziskaner–Minoriten, erbaut 1925

Heute verwalten Patres aus Polen das Kloster.

 

 

Vor Hammerharlesberg überqueren wir die Waldnaab.

 

Die Quelle der Waldnaab, der Kreuzbrunnen, entspringt im Oberpfälzer Wald unweit des Entenbühls in Nähe der Silberhütte. Die wichtigsten Zuflüsse sind bei Neuhaus/Windischeschenbach die Fichtelnaab, bei Weiden die Schweinnaab. Nach Zufluss der Haidenaab bei Unterwildenau ändert die Waldnaab  ihren Namen in  die Naab. Weitere Zuflüsse sind bei Kallmünz die Vils. Die Naab mündet bei Regensburg - Mariaort in die Donau.

Die Waldnaab mit der Naab hat eine Länge von 165 km.

 

Danach überqueren wir einen Werkskanal der Waldnaab, der ehemals Hammerwerke und Mühlen-Räder angetrieben hat.

 

In dem kleinen Ort halten wir uns links und gehen in nördlicher Richtung.

 

Hammerharlesberg

 

Im Mittelalter wurden hier Roheisen verhüttet und in ansässigen Hammerschmieden verarbeitet. Das dazu nötige Eisenerz wurde teilweise aus nahe liegenden Eisenerzgruben (mittelalterlicher Eisenerz-Tagebau „Kupferlohe“ nördlich von Edeldorf) gewonnen oder es wurde auf der Eisenstraße von Auerbach oder aus Amberg und Sulzbach auf Ochsenkarren angefahren.

Täglich waren in der heutigen Oberpfalz etwa 1000 Ochsenkarren mit Eisenerz und Roheisen beladen unterwegs.

 

Das Fürstengeschlecht der Heidecker kauften 1540 den Eisenhammer.

Nach dem die Heidecker 1566 von den Lobkowitzern abgelöst wurden, begannen  Streitigkeiten um den Besitz des Hammers  der sich bis 1578 hinzog.

 

Als sich die Eisengewinnung und Bearbeitung nicht mehr lohnte  wurde aus den Hammerschmieden, Mühlen zur Herstellung von Papier oder um Getreide zu mahlen.

[Artikel zur Eisengewinnung in Mittelalter in unserer Region] 

 

Bald nach dem Ort sehen wir Wanderwegmarkierungen und biegen links in den Wanderweg der alten Magdeburger Straße ein und gehen ein Stück parallel zur  Waldnaab.

 

Die Magdeburger Straße war eine der wichtigsten Handelswege (u.a. für Salz) im Mittelalter und zählt heute zu den historischen Altstraßen.

 

Auf der wandern wir in Richtung Neustadt. Auf halber Strecke ist eine Informationstafel zur Magdeburger Straße.

 

Unter dem römischen Kaiser Augustus  in Jahre 15 vor Christus, wurden  von römischen Legionen die keltischen Stämme im heutigen Süddeutschland unterworfen.

 

Bereits im Jahre 7 v. Chr. soll ein römischer Handelszug von Regensburg aus der heutigen Naab entlang nach Norden gezogen sein.

Vielleicht schon auf dieser Straße. Denn in der Frühzeit hatte  man sich immer an Flussläufen orientiert.

Dieser alte Handelsweg „Magdeburger Straße“ führte von Regensburg nach Magdeburg und wurde bis 1774 genutzt.

Magdeburg war im Mittelalter eine bedeutende Handelsmetropole. Im dreißigjährigen Krieg verlor Magdeburg in einer Schreckensnacht seine ehemalige Bedeutung und hat diese Bedeutung niemals mehr erreicht.

 

 

Der Heimatforscher  Michael Hardt aus Altenstadt/WN hat sich unter anderem mit der Chronik der alten Handelsstraßen aus dem Mittelalter befasst.

 

Michael Hardt (Heimatforscher), ist 1878 in Leuchtenberg geboren und 1962 in Altenstadt WN gestorben. Er war ein oberpfälzischer Chronist und Heimatforscher und Ehrenbürger von Altenstadt WN. Er befasste sich mit der Geschichte des Nordgaus und mit historischen Altstraßen wie z.B. mit der „Goldenen Straße“, „Eisenstraße“  oder der „Magdeburger Straße“, aber auch mit Burgen, Burgställen  und Bodendenkmälern.

 

Wir kommen auf die Theisseiler Straße, wandern unter der sog. „Bockelbrücke“ durch, sehen die Einmündung der Floß in die Waldnaab, halten uns links und überqueren anschließend auf einer Straßenbrücke die Floß.

  

Wir bleiben auf der linken Straßenseite,  kommen durch Neustadt mit Ortsteil Freyung.

 

Auf deren Entstehung  später nochmals eingegangen wird.

 

An der Straßenkreuzung Bahnhofstraße und Theisseiler Straße mit Ampelanlage wandern wir nach links und in westlicher Richtung und kommen an einer bekannten Zoiglstube vorbei, kehren aber diesmal nicht ein.

 

Auf der Waldnaab- und Eisenbahnbrücke mit dem hl. Nepomuk, kommen wir wieder in Richtung Altenstadt/WN.

 

Gleich nach der Brücke überqueren wir noch vor dem Ort Altenstadt/WN die Hauptstraße und gehen am Kalvarienberg links und an der Eisenbahn und an der Waldnaab rechts vorbei.

 

Auf dem Kalvarienberg, durch Bäume teilweise verdeckt, sehen wir den Kreuzweg aus dem Jahre 1871, eine der Sehenswürdigkeiten in Altenstadt/WN.

 

Zur Bedeutung der Eisenbahn in der Region.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fristeten die Bewohner der Oberpfalz ein ärmliches Dasein. Junge Leute wanderten in die großen Städte und nach Amerika ab.

Eisen- und Hammerwerke, Glashütten und Webereien waren gezwungen ihre Betriebe aufzugeben, weil in der Gegend  keine Rohstoffe, Bodenschätze und Kohle für eine mit anderen Regionen vergleichbare Gewinnung vorhanden waren.

Das Herbeischaffen der Rohstoffe aus fernen Gebieten aus Schlesien, Tschechei oder Ruhrgebiet dauerte mit Fuhrwerken zu lange und war zu kostspielig.

1863 waren in Weiden 3.095 Einwohner. In der nördlichen Oberpfalz lebten ca. 70.000 EW.

 

 

Abhelfen sollte die Eisenbahn. Die anderorts schon für wirtschaftlichen  Erfolg gesorgt hatte.

 

Die erste Eisenbahnstrecke zwischen Regensburg und Eger  über Weiden wurde auf Initiative des Weideners  Gustav von Schlör als bayerischer Handelsminister und Staatsrat von 1859 bis 1865 erstellt. 1864 die Strecke Weiden, Neustadt, Wiesau und Mitterteich.

Um 1866 wurde die Strecke über die heutige Bocklbrücke von Neustadt bis nach Vohenstrauß in Betrieb genommen.

 

Vor dem Bau der Eisenbahn ging das Flussbett der Waldnaab direkt am Kalvarienberg entlang und musste um Platz für die Bahnlinie mit  dem  Bahndamm zu schaffen, verlegt werden.

 

 

Wir kommen zu einem kleinen Bachlauf , der Siechenbach,  der in die Waldnaab mündet.

 

Gleich danach gehen wir links in Richtung Westen und haben einen etwas mühsamen Aufstieg auf den Kalvarienberg.

 

An der nächsten Gabelung gehen wir wieder links den Forstweg entlang  und kommen etwas später auf einen Feldweg.

 

Wenn wir fast oben auf dem Kalvarienberg sind, und wir uns östlich wenden haben wir einen einmalig schönen und interessanten Blick auf die Kreisstadt Neustadt.

 

Hier leben etwa 6.000 Einwohner.

 

Im Vordergrund der Ortsteil Freyung. Gegründet vom Kaiser Karl IV im 14. Jahrhundert.

Die Siedler hatten viele Vorteile, wie unter anderem die Steuerfreiheit und die  Waldnutzung.

 

Oben liegend, die alte Stadt, erstmals 1218 urkundlich erwähnt.

 

Wir sehen das neue Schloss der Lobkowitzer, erbaut von 1698 bis 1720, heute Sitz des Landratsamtes.

 

Die katholische Stadtpfarrkirche St. Georg, erbaut 1689.

 

Bemerkenswert ist das Denkmalschutz-Ensemble „Stadtplatz“ im Charakter

des 17. Jahrhunderts. Die Schmalseiten der Häuser wenden sich zur Straße.

 

Sehenswert ist das Stadtmuseum.

 

 

Wir wandern weiter und kommen auf die Windischeschenbacherstraße (St 2395) und gehen in Richtung der Autobahnbrücke der A 93.

 

Direkt nach der Autobahnbrücke kann der Wanderweg abgekürzt werden.

Wenn wir den geteerten Flurweg nehmen und uns südlich halten, kommt man durch eine Autobahnunterführung und über den Buchsteig nach Altenstadt/WN  zurück.

 

Wir gehen jedoch nach der Autobahnbrücke auf der Windischeschenbacherstraße ein Stück weiter und biegen beim ersten Feldweg linker Hand ein.

 

Am Straßenrand der Windischeschenbacher Straße sehen wir beidseitig in der Ferne Wegkreuze.

Die Straße ist ein ehemaliger Wallfahrtsweg.

 

Der  ehemaligen Wallfahrtsweg der Klobenreuther Bürger  von Klobenreuth nach  Altenstadt/ WN, auf dem damaligen Kirchsteig, heute die Windischeschenbacher Straße.

 

Nach ca. 50 bis 100 Meter haben wir einen schönen Ausblick auf Altenstadt/WN und in das „Weidener Becken“. Wir sind auf einer Höhe von etwa 500 Meter, In der Gemarkung Hopfengarten.

 

 

 Daten zu Altenstadt/WN:

Altenstadt/WN, hat etwa 5000 Einwohner, überwiegend katholisch.

1975 Eingemeindung von Meerbodenreuth mit Ortsteilen Buch, Haidmühle, Kotzau, Sauernlohe und Süßenlohe

 

Die Meereshöhe beträgt 418 m.

 

Mit  zwei katholischen  Kirchen und einer  evangelischen  Kirche.

 

Im Jahre 1000 gab es bereits eine Kirche im Ort, zunächst eine Wehrkirche als Vorläufer zur alten Pfarrkirche.

Altenstadt/WN war für die Region im Mittelalter Pfarrsitz und  ein  kirchliches Zentrum.

 

Die alte katholische Kirche ist eine romanische Wehrkirche „ Mariä Himmelfahrt“, die um 1150 erbaut wurde. In der Kirche befindet sich die Grabstätte der Familie Heideck sowie ein Taufstein aus dem 12. Jahrhundert.

Die zweite katholische Kirche ist die heutige Pfarrkirche zur „Hl. Familie“, erbaut im Jahre 1962.

 

Die evangelische Kirche ist die “ Jesus-Christus-Kirche“ und wurde 1967 erbaut.

 

Urkundlich seit 1652 gibt es eine Schule.

 

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Pestsäule von 1697 vor dem  Rathaus und der Kreuzweg von 1871 auf dem Kalvarienberg.

 

 

Die Wiederbesiedelung erfolgte wahrscheinlich um 900.

 

Ursprünglich hieß der Ort „Traindorf“, wobei der Name von „Fahren“ oder „Treiben“ herkommt. Denn Traindorf lag im Mittelalter an drei Handelsstraßen.

 

An der „Goldenen Straße“ von Nürnberg nach Prag, die auf  Initiative von Kaiser Karl dem IV im 14. Jahrhundert gegründet wurde.

An der „Magdeburger Straße“ von Regensburg nach Magdeburg und an der „Eisenstraße“ die von Auerbach nach Altenstadt/WN führte  und  die in Altenstadt WN auf die  „Goldenen Straße“ und zur „Magdeburger Straße“ mündet.

 

Im 13. Jahrhundert entstand der Name „Altenstadt“.

 

Altenstadt hat eine wechselseitige Geschichte, die Zugehörigkeit wechselte zwischen Bayern und Böhmen.

 

Der Bau des Bahnhofs 1862 bis 1864  führte zur Ansiedelung zahlreicher Glashütten, was einen  enormen  Aufschwung mit sich brachte.

 

Von 1925 bis 1995 war Altenstadt/WN  ein Standort  einer bedeutenden Bleikristallproduktion.

 

Bleikristall wird aus Quarzsand, Pottasche und Bleimennige hergestellt;

Bleikristallglas wird maschinell in Formen gepresst oder in Formen mundgeblasen.

Veredelt werden die Kristallglasformen durch Schleifen und nach folgendem Säurepolieren.

Glatte Gläser ohne Schliff  können auch feuerpoliert werden.

 

Durch die Firmen Bayer & Co und durch Hofbauer wurde weltweit geschätztes Bleikristall produziert.

Der Niedergang der Bleikristallhersteller in den 1980 und 1990 Jahren führte zum Verlust von hunderten von Arbeitsplätzen.

 

 

Zur Geologie der Region und seiner Besonderheit.

Die Gesteine der Region haben ihre Prägung während einer alten  Gebirgsbildung erfahren.

In der Literatur wird diese alte Gebirgsbildung auch als varistische  Gebirgsbildung bezeichnet. Der Name kommt von einem keltischen Stamm, den Variskern, die  im heutigen Oberfranken gelebt haben.

 

Vor rund 320 Mio.  Jahren war der Höhepunkt vom  Zusammenstoß der beiden Urkontinente „Laurasia“  dem Ur-Europa und „ Gondwana“  dem Ur-Afrika zu einem Superkontinent „Pangäa“

Unsere Region war zwischen den Kontinenten  in der Mitte gelegen und im Zuge der kontinentalen Triftung vom Süden nach Norden in etwa am Äquator.

Durch den Druck schob sich der Ozeanboden der Ur-Afrika-Platte unter die nördlich gelegene Ur-Europa-Platte.

Wobei Gesteinsschichten in große Tiefen hinab geschoben wurden.

 

Die Sedimentschichten der Ur-Europa-Platte wurden zu Falten zusammengeschoben und dann  emporgehoben.

 

Die tiefen Ur-Gesteine wurden von  den neuen  Gebirgsmassen überlagert die sich  bis zu 10.000  Meter hoch auftürmten.

Dabei entstand im Untergrund hoher Druck und hohe Temperaturen, wobei sich die Ur-Gesteine  umgewandelt haben.

Ein Teil der erhitzten Gesteine  wurde sogar aufgeschmolzen  und lieferte die glutflüssige Gesteinsschmelze,  das Magma für vulkanische Aktivität.

Aus den sich umgewandelten Tiefengesteine  entstanden in  der Region die Granite und Gneise.

 

Es waren dazu  allerdings mehr als 300 Mio. Jahre nötig,  bis sich der Abtragungsschutt  der  Gebirgsmassen  durch Erosion und Abtragung (Frost, Regen und Wind) abgebaut haben und die umliegenden Täler und Buchten damit aufgefüllt wurden.

 

Durch Hebung und Senkung der Erdkruste wurden uns diese Gesteine erschlossen.

Heute liegen diese Gesteine  an der Oberfläche.

 

Wenn wir Richtung Weiden blicken erkennt man das „ Weidener Becken“

Die Stadt Weiden und Altenstadt WN liegt in einem weiten und flachen Tal, dem „Weidener Becken“ ehemals am Rande eines flachen Urmeeres  gelegen. Im Osten begrenzt durch eine Hügelkette mit dem Fischerberg.

Geologisch gesehen handelt es sich um einen Rand-Trog. Die Trogtiefe beträgt mehr als 2800 Meter und ist vollständig mit Sedimentgestein aufgefüllt, die bis zu 280 Mio. Jahren alt sind.

Die  Sedimentgesteine sind  vom  alten sich ehemals aufgetürmten Gebirge im Osten und wurden  nach Westen, unter anderem in den Rand-Trog, des „Weidener Becken,“ hin abgetragen..

 

Am Hang zum Fischerberg hin an der Vohenstraußer Straße kann man an Ackerkrumen und in Baugruben,  Schichten des Rotliegenden sehen. Das Rotliegende  sind Eisenverbindungen in Sedimenten die im  Wüstenklima unter  tropischem bis subtropischem Klima entstanden sind.

 

 

Geologie zur Waldnaab: Vor etwa 36 Mio. Jahren begann die Ur-Naab als Hauptfluss  der Oberpfalz zunächst sehr flach zufließen.  Vor etwa 5 Mio. Jahren begann   sich durch Heben und Senken der Umgebung das heutige Bild der Naab-Landschaft zubilden.

 

 

Notizen zur Geologie:

Vor 30 Mio. Jahren, Entstehung des heutigen Landschaftsbildes mit den Vulkankegeln des Rauhen Kulms, Parkstein und des Waldecker Schlossberges und andere. Mehr als 130 Förderschlote unserer Gegend waren vulkanisch aktiv.

 

Vor 20 Mio. Jahren, die Basaltkegel bilden sich als magmatischer Härtling: Hoher Parkstein, Rauher Kulm, Waldecker Schlossberg, Armesberg, Kuschberg, usw.

 

Vor 15 Mio. Jahren, ein Meteoriteneinschlag im  Nördlinger Ries.

 

Letzte Eiszeit; Ende vor etwa 10.000 Jahren, Dauer 4 Mio. Jahre.

 

 

Nach dieser kurzen Rast, gehen wir auf dem Flurweg weiter in nördlicher Richtung und kommen in Nähe von einem Wald mit großem Fichtenbestand.

 

Nach etwa 500 Meter sehen wir links am Waldrand eine alte Buche zu dem ein Weg hin führt und weiter in den Wald hinein.

 

Zu diesem Weg biegen wir links ein und wandern bergab durch den Wald, sich immer links haltend.

 

Unten angelangt sind wir im Sauerbachtal und wandern nach rechts und nördlich auf dem Weg parallel zum Sauerbach.  

 

Der Sauerbach entspringt in Nähe der B 22 bei Wildenreuth  und verläuft über die Köstlmühle, Lenkermühle, Hahnenmühle, Holzmühle und nimmt  in Altenstadt/WN bei der Haidmühle  die Dürrschweinnaab auf und fließt in Weiden  an der  Freizeitanlage vorbei, mündet in die Schweinnaab.

Die Schweinnaab mündet in  die Waldnaab.

 

Auch im Sauerbachtal kann ebenfalls die Erste Strecke abgebrochen werden und von hieraus für den Zeiten Teil wieder begonnen werden.

 

In den Uferzonen vom Sauerbach blühen ab Mitte April unzählige Frühjahrsblüher unter anderem Buschwindröschen, Sumpfdotterblumen, Schlüsselblumen, der blühende Klee und das Veilchen.

 

Auf den Wiesen links in den Auen blüht in der Zeit der Orchideenblüte vom Mai bis Juni das Knabenkraut.

 

Das Knabenkraut ist die Orchidee  2009; sie wächst auf mäßig feuchten Wiesen mit Trockenbereiche. Im 19. Jahrhundert noch weit verbreitet. In Norddeutschland fast ausgestorben, in Süddeutschland noch häufiger zu finden. Sie verträgt keinen Dünger.

 

Man sieht an den Bäumen wie der Biber ganze Arbeit macht und den Sauerbach immer wieder veranlasst sich ein neues Flussbett zu suchen.

 

Meist sucht der Sauerbach sich selbst seinen Weg, in dieser fast ungestörten Natur.

 

Wir wandern weiter in Richtung Norden, immer parallel mit dem Sauerbach bis zur Holzmühle.

 

Immer sehen wir an Bäumen die Wanderwegmarkierung für den AV–Weg der von Weiden – Schätzlerbad nach Pfaben in die Steinwaldhütte vom Alpenverein, Sektion Weiden führt.

 

 

Wenn wir diesen Forstweg entlang wandern haben wir Zeit uns über den Wald Gedanken zu machen.

Es fällt auf,  dass der Zustand des Waldes rechts des Weges gegenüber dem Wald links des Weges so ganz anders ist.

Gerade der Wald hat den Wanderer schon immer im Besonderen  fasziniert.

 

Der Wald und die Jagd war bei den Germanen und im frühen Mittelalter immer ein Recht für alle.

 

Bereits vor der Wende zum 1. Jahrtausend haben die Grundherren diese Rechte der Bürger immer mehr eingeschränkt und alleine für sich in Anspruch genommen.

Das steigerte sich, bis zur Errichtung von Bannwäldern  in dem nur die hohen Herren Zutritt und das Jagdrecht hatten.

Die Bauern durften selbst nicht mehr Jagen und mussten mit ansehen wie sich das Wild vermehrte und die Felder abfraßen und zerstörten.

Erst Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts lockerten  sich langsam diese Wald- und Jagdrechte.

 

Der Baumbestand mit hauptsächlich Fichten, auf engstem Raum bepflanzt ist ein Relikt aus der mittelalterlichen Industrialisierung der Region.

Man benötigte Energie zur Befeuerung der Schmelzöfen. Schnell wachsendes Holz, die Fichte, war der  Energielieferant  vor allem für die Eisenverhüttung und für die Glas- und Keramikindustrie.

Die Fichte, als ein flachwurzelnder Baum holt seine Nahrung aus der nährstoffreichen Humusschicht und kann dadurch schnell wachsen.

 

Schnell war der alte Baumbestand bestehend aus in Mitteleuropa üblichen Laubgehölz, Kiefern und Tannen abgeholzt.

Um Ersatz zu schaffen holte man die Fichte aus den nordischen Ländern und pflanzte sie in unseren Wäldern.

Damit man möglichst viele Fichten pflanzen konnte, wurde auch noch der für den alten Wald nötigen Vorwald bestehend aus Büschen und Hecken abgeholzt und mit Fichten bepflanzt.

 

In unserer Zeit hat der Baum nicht mehr den Stellenwert für die Energiegewinnung. Holz wurde durch Öl, Gas und durch elektrischen Strom ersetzt.

 

 

Bei der Holzmühle verlassen wir den Sauerbachweg, überqueren den Sauerbach, gehen an der Holzmühle vorbei in Richtung Südwesten zur Erbendorferstraße.

 

Den kleinen Ort Wendersreuth lassen wir rechts liegen.

 

Zwischen Wendersreuth und Obersdorf wurde noch vor einigen Jahren im Tagebau Feldspat gewonnen.

Heute ist diese Stelle mit Wasser gefüllt.

Der Letzte, der  im Waldsassener Kasten in Weiden  1932 auf der Guillotine gerichtet worden ist, war aus Wendersreuth.

 

Wir überqueren die Erbendorfer Straße  (B 22) und gehen weiter südwestlich in das südliche Haberland zum Wendersreuther Bühl, ein kleines Waldstück, von der B 22 aus gut zu sehen.

 

 

Haberland, kommt von Haferland; Hafer ist das Korn der armen Leute.

Hauptort ist Kirchendemenreuth, höchste Erhebung westlich der B 22 bei Döltsch die Platte mit 573 m.

 

An den Fischteichen vorbei, immer noch südwestlich haltend, kommen wir nach dem Wald auf einen Feldweg und gehen in Richtung Buch.

 

Wenn wir auf diesem Weg nach recht, gegen Westen sehen, können wir über den Baumwipfeln die kleine Kapelle auf dem Parkstein erkennen.

 

Auf dem Basaltkegel stand eine Burg die im dreißigjährigen Krieg  verfallen ist und bereits Ende des 18. Jahrhunderts, etwa um 1756 waren nur noch die Grundmauern vorhanden.

Die Bergkapelle ist erbaut 1852 und ist der Hl. Maria gewidmet.

 

  

Wir kommen in den kleinen Ort Buch.

Inmitten des Ortes ist eine kleine aber feine Kapelle.

Buch ist ein Ortsteil von Altenstadt.

 

An der Hauptstraße wenden wir uns links in östlicher Richtung.

 

Nach der Feldscheune, noch vor einem Wegkreuz verlassen wir die Hauptstraße und gehen auf einem Feldweg weiter.

 

Der Weg führt talwärts bis zum Beginn von einem großen Wald, dem Neustädter Bürgerwald.

 

Neustädter Bürgerwald, ein Korporationswald aus der Zeit von Kaiser Karl IV. Seit dem 14. Jahrhundert gehört der Wald den Bürgern aus der Freyung zur freien Verfügung. Als Anreiz sich bei Neustadt anzusiedeln um die damals so wichtige „Goldene Straße“ für die Handelsleute attraktiv zu machen.

 

Am Waldrand nehmen wir Rechts gleich den ersten fast verwilderten Forstweg und gehen südlich.

 

Wir bleiben immer südlich, die Forstwege ändern sich und wir kommen zur Dürrschweinnaab.

 

Die Dürrschweinnaab entsteht aus den beiden Quellbächen Schwarzenmoosbach und Lohbach die am Großbühl im vorderen Haberland zusammen fließen.

Die  Dürrschweinnaab kommt aus nördlicher Richtung von Buch her.

In Altenstadt an der Haidmühle mündet die Dürrschweinnaab in den  Sauerbach..

 

 

Vor uns sehen wir Wegmarkierungen und halten uns auf  dem weiteren Weg an die Markierung mit Weiß/Grün.

 

Auf einem Damm überqueren wir die Dürrschweinnaab.

 

Danach biegen wir gleich links ein und wandern fortan am Biotop der Dürrschweinnaab entlang durch eine fast naturbelassene Landschaft und lassen  die freie Natur auf uns einwirken.

 

Nach einiger Zeit kommen wir auf die Meerbodenreuther Straße und gehen nach rechts.

 

Der Straße entlang, kommen wir über die Sauerbachbrücke.

 

In den Wiesen links kann man die Mündung der Dürrschweinnaab in den Sauerbach sehen.

 

Danach gehen wir an der Haidmühle vorbei.

 

Die Haidmühle war zuletzt eine Mehlmühle, das Mahlen wurde etwa um 1956 eingestellt.

 

Hinter der Haidmühle sind einige kleinere Weiher und für uns nicht sichtbar der Süßenloher Weiher.

 

Im Jahre 1485 wurde der Süßenloher Weiher angelegt. Seit dem 18. Jahrhundert ist der Weiher und der Bauernhof im Besitz der Familie Lukas.

 

 

Wir überqueren die Autobahn A 93 und kommen in das neue Industriegebiet Haidmühle. Hier haben sich in jüngster Zeit einige dienstleistungsorientierte Unternehmen angesiedelt.

 

Von der  Meerbodenreuther Straße biegen wir links in die Straße Z. Nachtbühl ein, vorbei am Sportgelände, Schützenheim usw.

 

Danach überqueren wir die Ostmarkstraße und kommen auf die Hauptstraße.

 

Wir gehen nach rechts.

 

An der rechten Straßenseite das Rathaus.

 

Davor die Mariensäule aus dem Jahr 1697.

 

Vorbei am alten Forsthaus mit der Heimatstube dem so genannte „Anton-Wurzer-Zimmer“ des Heimatvereins.

 

Am Pfarrplatz überqueren wir die Hauptstraße.  

 

Am alten Schulhaus vorbei kommen wir zur alten Kirche “Mariä Himmelfahrt“ mit dem Friedhof.

 

An der südlichen Seite der alten Kirche ist das Grab des Heimatdichters Anton Wurzer.

 

Anton Wurzer, war ein Heimatdichter; in Altenstadt WN 1893 geboren und 1955 in Amberg gestorben. Sein Grab ist auf dem Friedhof in Altenstadt/WN an der Mauer der alten Kirche. Er wuchs in Weiden auf und war danach Lehrer in Pleystein und Amberg. An seinem Geburtshaus ist eine Gedenktafel und es wurde eine Straße nach ihm benannt. In Pleystein ist er Ehrenbürger. Eine Auswahl bekannte Werke sind „Zwischen Steinen und Sternen“, „Gottes Orgel geht durch den Wald“, „Steinpfälzer Schelmenspiegel“, „Amberger Mär“.

 

Hier liegt ebenfalls der bereits erwähnte Heimatforscher Michael Hardt begraben.

 

Neben der alten Kirche ist ein kleines Gebäude, das Beinhaus und erinnert an die Zeit der Pest im Mittelalter, besonders an die letzte große Pest in der Region während dem Dreißigjährigen Krieg 1618 bis 1648.

 

Wir gehen wieder aus dem Friedhof heraus und wenden uns nach links in südlicher Richtung, dann auf dem Julius-Meister-Weg zunächst nach rechts in Richtung Hauptschule, vor der Hauptschule biegen wir in das „Goldene Gassl“ ein.

 

Durch dieses Gassl verläuft der Wanderweg die „Goldene Straße“. Er führt von Nürnberg nach Prag.

 

An der Ostseite der Hauptschule ist eine Darstellung der Goldenen Straße.

 

Mit der Wanderwegmarkierung, der Goldenen Straße  gehen wir ein Stück durch Altenstadt/WN, über die Baptist-Kraus-Straße durch die Schaumbergerstraße.

 

An der Karl-Hofbauer-Straße gehen wir rechts in östlicher Richtung.

 

Dieser Straße entlang, vorbei an den Fabrikanlagen der Firma Bayer  Co., über die Eisenbahnbrücke zu unserem Ausgangspunkt am Parkplatz vom neuen Bahnhof.

 

 

Bedanken möchte sich der Autor für die freundliche und konstruktive Unterstützung beim Heimatverein Altenstadt/WN.

Januar 2009;

Werner Schnall, Lindenweg 9, 92665 Altenstadt WN; Tel.: (0 96 02) 42 65, schnallwerner@aol.com.

 

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